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#115 - 5 Tipps, wie du Nachhaltigkeit in deinen Hundealltag integrieren kannst

#115 - 5 Tipps, wie du Nachhaltigkeit in deinen Hundealltag integrieren kannst

5 Tipps, wie du Nachhaltigkeit in deinen Hundealltag integrieren kannst

Podcastfolge anhören:

Heute erzähle ich dir von meinen Erfahrungen, wie ich meinen Alltag nachhaltiger angepasst habe und lade dich dazu ein, dich davon inspirieren zu lassen. Teile gerne deine Erfahrungen zu einem nachhaltigeren Hundealltag mit uns!

Stay Pawsitive,

deine Lisa

Warum ich meinen Alltag umgestellt habe

Bei mir brachte Anfang des Jahres die Umstellung auf eine weitestgehend pflanzliche Ernährung den Ball ins Rollen. Das war eine Art Wendepunkt in unserem Leben, diverse Dinge zu hinterfragen und auch Nachhaltigkeit spielte eine immer größere Rolle in unserem Leben. Heute habe ich mich schon total daran gewöhnt unverpackte oder plastikfreie Alternativen zu kaufen und kann auch gar nicht mehr anders. 


Dann habe ein mir auch ein Buch über nachhaltiges Hundeleben gekauft und was ich darin gelesen habe war erschreckend. Was sich so tief in mein Gehirn gebrannt hatte, war, das große Futtermittelhersteller den Klärschlamm von Tierkörperbeseitungsanlagen in ihrem Futter enthalten und das auch noch offen zugeben. 
Mir war immer sehr wichtig, dass Finn und Samu vernünftig ernährt werden und das war auch tatsächlich der erste Schritt für uns: zu schauen, was bei den Hunden im Napf landet. Wir haben bei den Hunden somit auf Tierfutter was nicht aus der Massentierhaltung stammt, umgestellt und 1-2 Mal in der Woche vegetarische oder vegan Tage einzuführen.


1. Tipp: Vegane Hundeleckerlis selbst backen

Selbst Leckerlis zu backen dauert wirklich nicht lange und macht mir mega viel Spaß - für mich ist das schon zu einem Ritual geworden. Das Selbstbacken hat mehrere Vorteile; vor allem weißt du genau, was drin ist. Du kannst explizit auf Fleisch, vor allem aus Massentierhaltung, verzichten. Massentierhaltung ist für 15 Prozent aller Klimagasemissionen verantwortlich; das ist mehr als Flugzeuge, Autos und Züge zusammen. Zudem gehen noch 70 Prozent des weltweiten Frischwasserverbrauchs für Fleischproduktion drauf, daher wenn ich der Umwelt und auch den Tieren wenigstens ein bisschen mehr Achtung schenken möchte, dann backe ich einfach vegan. Meine Hunde brauchen zum Beispiel gar keine Fleischleckerlis mehr und mögen die Selbstgebackenen viel lieber.


Genau zu wissen, welche Inhaltsstoffe verarbeitet werden, ist auch bei Allergikerhunden wie Finn enorm wichtig, da diese nicht alles essen können.

Ein weiterer Vorteil ist, dass überschüssige Harnsäure abgebaut werden kann. Gicht ist eine sehr häufige Stoffwechselerkrankung bei Hunden, die meist nicht oder erst spät erkannt wird, weil dies nur mittels Dunkelfeldmikroskopie möglich ist. Diese Stoffwechselerkrankung entsteht durch Überfütterung der Hunde mit Eiweiß, gerade einige Senioren sind davon betroffen. Dieser Überschuss an tierischem Eiweiß im Futter kann nicht mehr abgebaut werden. Gicht führt zu Lahmheiten, Schmerzen im Bewegungsapparat und zu Hautirritationen, ist durch medizinische Behandlung und eine Futterumstellung allerdings wieder in den Griff zu bekommen. 

Rezept für die Hundekekse

2 Pastinaken, 1 Banane,  2 EL Kokosöl, 200-500g Buchweizenmehl

Je nachdem, wann Teig fest ist, 1 EL getrocknete Beeren, 3 EL Chia- oder Leinsamen (mit dem Mörser zerkleinern) und 6 EL kaltes Wasser, um die Leinsamen 10 Minuten aufzuweichen (um ihre Schleimstoffe entfalten zu können)
. Pastinake und Banane zu Brei zerkleinern, dann die Beeren, die Leinsamen und das Kokosöl und zum Schluss das Mehl zugeben. Die Masse etwas kneten und kurz ruhen lassen. Teig ausrollen und Kekse ausstechen. Die Kekse kommen 20 Minuten bei 160 Grad in den Ofen; erst eine Seite 10 Minuten backen, Blech umdrehen und weitere 10 Minuten backen.

Wichtig: Nicht sofort abfüllen, sondern auskühlen lassen, am besten über Nacht. 


2. Tipp: Kompostierbare Kotbeutel verwenden

Wer keinen Kompost hat, muss auch den kompostierbaren Beutel in den Restmüll geben, wo er mit allen anderen Beutel verbrannt wird. Das macht es unsinnig. Beim Kauf von kompostierbaren Beuteln achtet darauf, dass das Sigel “Compost Home” enthalten ist. Nur diese können auf dem hauseigenen Kompost zersetzt werden. 
Eine noch bessere Alternative ist „PooPick“, ein Kotbeutel oder eher eine Box aus Pappe, die aus recyceltem Papier und aus Resten der Möbelindustrie besteht (d.h. dafür wurden lediglich Abfallprodukte verwendet). Die Box kann komplett kompostiert werden; wer keinen Kompost hat, kann den Kot in den Restmüll und die Box ins Altpapier geben.

3. Tipp: Spielzeug aus Baumwolle oder Naturkautschuk

 


Der allseits bekannte und beliebte Kong, der wirklich praktisch ist, steht leider in Zusammenhang mit giftigen und krebserregenden Stoffen. Nachdem ich diese Studie gelesen hatte, sortierte ich die Spielzeugkiste aus und entsorgte alles, bis auf 4 Spielzeuge.

Man sollte bedenken, dass unsere Hunde das Spielzeug in den Mund nehmen und damit spielen. In vielen Hundespielsachen sind erdölbasierte Weichmacher enthalten, Stoffe wie DEHP, welcher zum Beispiel die Fortpflanzungsfähigkeit schädigt, Krebs auslösen kann oder aber auch der Stoff Nonylphenol, der Niere und Leber schädigen kann und sich sogar negativ auf Hormone auswirkt.
 2013 wurden 18 verschiedene Hundespielzeuge aus Kunststoff getestet und in ALLEN wurden zum Teil sogar in hoher Konzentration Giftstoffe gefunden.
Ich habe aber tolle Alternativen entdeckt: Der Renner bei meinen Hunden ist gerade ein Stück Olivenholz. Auch Hanfspielsachen sind bei uns eingezogen.

Eine Alternative zum Kong ist zum Beispiel Spielzeug aus Naturkautschuk kaufen. Die Spielsachen aus Naturkautschuk sind super langlebig und robust. Meine Empfehlung für unbedenkliche Spielsachen und auch Nahrung ist Lill's Organic Dog Store.

4. Tipp: Spülmittel selbst machen

Ich bin vom gängigen Spülmittel, welches mit vielen künstlichen Inhaltsstoffen versehen ist, auf ein natürliches umgestiegen, wofür ich keine Plastikflasche kaufen muss: Ich mache mein Spüli, mit dem ich die Näpfe der Hunde spüle, selbst. Das geht ganz einfach:

Rezept für selbstgemachtes Spüli

3 EL Olivenseife (geraspelt), 1 EL Natron (gibt es auch im Unverpackt Laden) und 300-400 ml heißes Wasser miteinander vermischen und dann in eine Glasflasche geben.


Damit spart man die Plastik-Verpackung und auch der Inhalt ist besser für die Umwelt, für dich und für die Hunde.
 Spülmittel besteht aus Tensiden, die in der Regel aus Erdöl hergestellt werden. Dieses kann sich in unserer Leber und den Nieren ansiedeln. Ein weiter Tipp in diesem Bezug: Weiche den Futternapf am Besten direkt nachdem dein Hund aufgegessen hat mit Wasser ein. So werden sie super einfach wieder sauber.

5. Tipp: Natürliche Pflegeprodukte für den Hund

Hunde mit Hautproblemen müssen oft häufiger gebadet werden und man muss intensiver auf Sauberkeit achten. Gerade bei Hautpilz und Hautausschlägen können Natur-Seifen schonend wirken. 
Jetzt in der nassen und schlammigen Jahreszeit müssen die Pfoten und oft auch der gesamte Hundekörper gründlich von Schmutz befreit werden. Naturseifen enthalten keine erdölbasierten Tenside (siehe Spülmittel), die sich auf die Haut legen und diese verstopfen.

Sehr praktisch ist hier ein Pfotenbad, durch das die Hunde durchlaufen können und das den meisten Schmutz selbst ablöst.

Naturseifen enthalten keine Inhaltsstoffe wie Silikone, Parabene oder Palmöl und sind so gut wie geruchlos, was auch für den Hund selbst angenehmer ist und der Hund durch Abschlecken auch keine Gifte aufnimmt. Zudem kann man darauf achten, dass die Seife nicht in Plastik-Behältern ist, sondern als Stück in einem kleinen Karton verpackt.


Bei Hunden liegt der ph-Wert je nach Rasse bei 6,0 – 8,7. Durch die Verwendung eines Shampoos, was für uns hergestellt wurde, oder eines Hundeshampoos das den ph-Wert des Hundes nicht berücksichtigt, läuft man Gefahr den natürlichen Schutzmantel der Hunde-Haut zu zerstören und die rückfettende Wirkung zu erschweren. Der hauteigene Säuremantel beim Hund und die rückfettende Funktion des Fells, wirken wasserabweisend und schützen ihn bei Nässe. Shampoos die diesen Schutzmantel nicht schützen und ihn mehr zerstören, führen dazu, dass der Hund bei Nässen viel schneller auskühlt. Zudem trocknet die Haut aus, was zu Juckreiz führen kann.

Fazit

Eine riesige Umstellung ist also gar nicht erforderlich, um kleine Dinge zu ändern bedarf es nicht viel und hilft unserer Umwelt schon sehr! Die Umstellung ging auch bei uns nicht von heute auf morgen und wir haben uns Zeit gelassen, alte Dinge aufgebraucht, denn es bringt auch nichts, wenn vorhandene Sachen weggeworfen werden; das wäre auch nicht nachhaltig.
Aber man gewöhnt sich sehr schnell daran, achtsamer einzukaufen und mir persönlich gibt es ein gutes Gefühl, meinen kleinen Beitrag beizusteuern. Ich tue damit nicht nur der Umwelt und den Tieren, sondern auch meinen Tieren etwas Gutes.

Wenn jeder nur eine Kleinigkeit ändert, dann ändert das schon so viel!


CREDITS INTRO / OUTRO
Italian Afternoon von Twin Musicom ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution license (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) lizenziert.
Interpret: http://www.twinmusicom.org/

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